16.12.2010
«Das Wichtigste lässt sich nicht fotografieren»
Gedanken und Konzept von Andy Ott:
Eigentlich ist die Verwendung von Fotografie geradezu naiv. Der Mensch lässt sich schnell durch eine real erscheinende Inszenierung täuschen. Die Wirkung des Abbildes untergräbt den Zweifel an der komplexen Wirklichkeit.
Ich bewege mich in dieser Grauzone und versuche zu erfahren, wie weit ich gehen kann. Der Betrachter, der sich in dieser imaginären Welt bewegt, hat dabei einen grossen Einfluss. Ich versuche also herauszufinden, welches Publikum aus welcher Ansicht die Fotos wahrnimmt und beurteilt. Neben der Inszenierungen spielen Faktoren wie Perspektive, Ausschnitt, Schärfe und die Qualität allgemein eine wichtige Rolle.
Unter welcher Gattung der Fotografie wird die Arbeit eingestuft? Journalismus, Dokumentation, Werbung, Kunst oder Amateurfotografie? Die Gattungen werden sich in meiner Arbeit übergreifen. Ein Beispiel: Der Verwendungszweck ist die Werbung. Es wird eine Szene (z.Bsp. ein Stilleben) mit einem künstlerischem Charakter, sprich einer vertieften Botschaft inszeniert (Dokumentation). In der Werbung ist die Fotografie nicht der Realität verpflichtet.
Die Werbung verwendet, die Presse missbraucht diese Strategie. Als Konzept-Künstler reflektiere ich diese Grenze mit spielerischen Mitteln und stelle die verwendeten Strategien in Zweifel. Was sehe ich? Was sehe ich nicht? Warum?
Die Galerie werde ich laufend erweitern.
Der Begleit-Text: Soll die Thematik der Wahrhaftigkeit Kern meines Konzeptes sein oder gilt sie nur als Nebenbotschaft, indem sie bezüglich des Inhaltes und der Art der Aufnahme bewusst in Frage gestellt wird und den Betrachter zum kritischen Blick auffordert? Art der Dokumentation? Ab wann gilt sie als Autobiografie?